Still ist es um mich geworden, dass ist aber nicht so weil ich faul oder gar nicht mehr im Lande bin -nein nein, es ist nur so, dass ich richtig viel zu tun habe. Mein Projekt entwickelt sich so langsam zu einer niemals endenden Geschichte. Vielleicht habe mir zu viel vorgenommen, wobei geht das als Volontär eigentlich?
Es ist nicht so, als käme dies alles von ihnen, die Schuld betrifft diesmal lediglich mich.
Angefangen hat das ganze, als mein Organisation vorgeschlagen hat, sich doch ein paar “Special Projects” auszudenken, und dann überlegte ich. Ich dachte in könnte am Wochenende mit den Kindern etwas zu basteln, um dass Heim schöner zu gestalten, daraus wurde dann das Haus insgesamt schöner zu gestalten und Struktur zu schaffen, daraus wiederum das Haus zu streichen, dann den Garten zu säubern und benutzbar zu machen, Spiel und Sportzonen einrichten, ein Recyclingsystem einführen und andere tausend kleine Aufgaben die mir jetzt nicht einfallen wollen, ich bin also mein neues Zuhause XXXXXL im Singular.
Und so langsam wird das auch echt nötig, da das Heim vor kurzen 9 neue Kinder aufgenommen hat, so das der Platz eng wird! Nur mit einem ausgeklügelten System geht das Heim nicht im Chaos unter, was bedeutet, dass ich mich echt zusammen reisen muss, hinzu kommt ja noch, dass ich selber natürlich unter diesen Umständen leide, wenn es unordentlich ist und chaotisch, schließt daraus auch wieder ein hoher Geräuschpegel, der es mir schwerer macht mit den Kindern Unterricht zu machen.
Diese 9 Kindern sind ein weiterer Faktor dafür, dass es ich mehr Arbeit habe, da ja jeder in “Genuss” von Lehrer Paule kommen soll, habe ich jetzt 4 Klassen am Tag und leider fällt mir das Unterrichtsmaterial nicht in die Hände, so dass ich mich da selbst erst mal durcharbeiten muss, bis ich was geeignetes für die Kinder finde, machmal überrascht es mich selbst, wie ich dabei so gelassen sein kann, eigentlich müsste ich ein Pre-Burnout oder sonstige Streßsymptome habe, meine Lösung? Tee!
Aber irgendwie spüre ich eine neue Stimmung im Projekt, so langsam scheint das System Ordnung, dass ich seither intensiv versuche einzuführen, zu wirken. Im Unterricht klappt es schon ganz gut, ich habe mit den Kindern sogar eine Sitzordnung einführen können und an einigen Tagen zeigen sie sogar auf, wenn es eine Wortmeldung gibt. Geduld die werde ich in dem Jahr noch viel brauchen, wenn ich all das umsetzten möchte, was ich mir vorgenommen habe.
Dann wird bald auch eine Webseite folgen, und ich versuche Spendengelder für das Heim zu sammeln, es soll in ferner Zukunft ein neues Heim gebaut werden, das momentane Heim ist nur geliehen und reicht natürlich kaum für den wirklichen Platzbedarf aus. Allerdings muss ich auch sagen, dass im Vergleich zu anderen Heimen es uns bestimmt gut geht. Essen zum Beispiel wird viel gespendet – Makan Makan leider ist es in den meisten Fällen das falsche, Obst gibt es kaum, Kekse, damit könnte ich mir ein Haus bauen. Vieles gibt es im Heim, es wird nur nicht falsch aufbewahrt oder nicht genutzt, dass meinte ich mit der Struktur, manchmal kommt es mir wie eine Bestechung vor, gib den Kindern Zucker und sie beschweren sich nicht, es könnte aber auch mein Kampf gegen die malayische Kultur sein, Don Quijote gegen die Windmühlen.
Apropro Windmühlen, die Ereignisse in Japan machen sich natürlich auch hier bemerkbar, der Regenfall es deutlich höher als üblicher Weise zu dieser Zeit. Und die Länder in der Umgebung von Malaysia haben auch einige abbekommen, in Myanmar gab es das Erdbeben, die Flut im Norden Malaysia’s und auch der südliche Teil Thailands war stark betroffen, ich kann mich sehr glücklich schätzen, dass es Kuantan nicht betroffen hat!
Und ein mulmiges Gefühl hat man dann schon wenn man im Supermarkt steht und einen Apfel aus Fuji zu verkauf sieht, isst man ihn? Sind die anderen Obstsorten eigentlich auch betroffen? Und wie wird sich die Strahlung auf uns alle in Zukunft auswirken? Japan ist ja Näher an Malaysia als Deutschland!
Anfang März war ich für eine Woche in Thailand auf Reise, es war unfassbar schön, etliche Bilder habe ich auf Facebook hochgeladen, wenn es euch interessiert was ich dort so getrieben habe. Allerdings frage mich jetzt auch wieder, warum ich so viel Glück gehabt habe? Die Flut knapp verpasst und auch Perlis, wo kurz danach die Flut war, habe ich Probleme durchqueren können. Ich hoffe, dass mich dieses Glück auf meinen weiteren Reisen begleiten wird.
Ich werde übrigens aller Wahrscheinlichkeit nach etwa einmal im Monat etwas schreiben, wenn mir danach ist vielleicht auch häufiger, allerdings genieß ich gerade die altertümliche Art des Schreibens.
Das oftmals in Vergessenheit geratene Medium meiner Wahl heißt Brief, diese sende ich Familie und einem äussert attraktiven Mädel zu.
Bezüglich meines Projekts heißt es also abwarten und Tee trinken.
