Still ist es um mich geworden, dass ist aber nicht so weil ich faul oder gar nicht mehr im Lande bin -nein nein, es ist nur so, dass ich richtig viel zu tun habe. Mein Projekt entwickelt sich so langsam zu einer niemals endenden Geschichte. Vielleicht habe mir zu viel vorgenommen, wobei geht das als Volontär eigentlich?
Es ist nicht so, als käme dies alles von ihnen, die Schuld betrifft diesmal lediglich mich.

Angefangen hat das ganze, als mein Organisation vorgeschlagen hat, sich doch ein paar “Special Projects” auszudenken, und dann überlegte ich. Ich dachte in könnte am Wochenende mit den Kindern etwas zu basteln, um dass Heim schöner zu gestalten, daraus wurde dann das Haus insgesamt schöner zu gestalten und Struktur zu schaffen, daraus wiederum das Haus zu streichen, dann den Garten zu säubern und benutzbar zu machen, Spiel und Sportzonen einrichten, ein Recyclingsystem einführen und andere tausend kleine Aufgaben die mir jetzt nicht einfallen wollen, ich bin also mein neues Zuhause XXXXXL im Singular.

Und so langsam wird das auch echt nötig, da das Heim vor kurzen 9 neue Kinder aufgenommen hat, so das der Platz eng wird! Nur mit einem ausgeklügelten System geht das Heim nicht im Chaos unter, was bedeutet, dass ich mich echt zusammen reisen muss, hinzu kommt ja noch, dass ich selber natürlich unter diesen Umständen leide, wenn es unordentlich ist und chaotisch, schließt daraus auch wieder ein hoher Geräuschpegel, der es mir schwerer macht mit den Kindern Unterricht zu machen.

Diese 9 Kindern sind ein weiterer Faktor dafür, dass es ich mehr Arbeit habe, da ja jeder in “Genuss” von Lehrer Paule kommen soll, habe ich jetzt 4 Klassen am Tag und leider fällt mir das Unterrichtsmaterial nicht in die Hände, so dass ich mich da selbst erst mal durcharbeiten muss, bis ich was geeignetes für die Kinder finde, machmal überrascht es mich selbst, wie ich dabei so gelassen sein kann, eigentlich müsste ich ein Pre-Burnout oder sonstige Streßsymptome habe, meine Lösung? Tee!

Aber irgendwie spüre ich eine neue Stimmung im Projekt, so langsam scheint das System Ordnung, dass ich seither intensiv versuche einzuführen, zu wirken. Im Unterricht klappt es schon ganz gut, ich habe mit den Kindern sogar eine Sitzordnung einführen können und an einigen Tagen zeigen sie sogar auf, wenn es eine Wortmeldung gibt. Geduld die werde ich in dem Jahr noch viel brauchen, wenn ich all das umsetzten möchte, was ich mir vorgenommen habe.

Dann wird bald auch eine Webseite folgen, und ich versuche Spendengelder für das Heim zu sammeln, es soll in ferner Zukunft ein neues Heim gebaut werden, das momentane Heim ist nur geliehen und reicht natürlich kaum für den wirklichen Platzbedarf aus. Allerdings muss ich auch sagen, dass im Vergleich zu anderen Heimen es uns bestimmt gut geht. Essen zum Beispiel wird viel gespendet – Makan Makan leider ist es in den meisten Fällen das falsche, Obst gibt es kaum, Kekse, damit könnte ich mir ein Haus bauen. Vieles gibt es im Heim, es wird nur nicht falsch aufbewahrt oder nicht genutzt, dass meinte ich mit der Struktur, manchmal kommt es mir wie eine Bestechung vor, gib den Kindern Zucker und sie beschweren sich nicht, es könnte aber auch mein Kampf gegen die malayische Kultur sein, Don Quijote gegen die Windmühlen.

Apropro Windmühlen, die Ereignisse in Japan machen sich natürlich auch hier bemerkbar, der Regenfall es deutlich höher als üblicher Weise zu dieser Zeit. Und die Länder in der Umgebung von Malaysia haben auch einige abbekommen, in Myanmar gab es das Erdbeben, die Flut im Norden Malaysia’s und auch der südliche Teil Thailands war stark betroffen, ich kann mich sehr glücklich schätzen, dass es Kuantan nicht betroffen hat!
Und ein mulmiges Gefühl hat man dann schon wenn man im Supermarkt steht und einen Apfel aus Fuji zu verkauf sieht, isst man ihn? Sind die anderen Obstsorten eigentlich auch betroffen? Und wie wird sich die Strahlung auf uns alle in Zukunft auswirken? Japan ist ja Näher an Malaysia als Deutschland!

Anfang März war ich für eine Woche in Thailand auf Reise, es war unfassbar schön, etliche Bilder habe ich auf Facebook hochgeladen, wenn es euch interessiert was ich dort so getrieben habe. Allerdings frage mich jetzt auch wieder, warum ich so viel Glück gehabt habe? Die Flut knapp verpasst und auch Perlis, wo kurz danach die Flut war, habe ich Probleme durchqueren können. Ich hoffe, dass mich dieses Glück auf meinen weiteren Reisen begleiten wird.

Ich werde übrigens aller Wahrscheinlichkeit nach etwa einmal im Monat etwas schreiben, wenn mir danach ist vielleicht auch häufiger, allerdings genieß ich gerade die altertümliche Art des Schreibens.

Das oftmals in Vergessenheit geratene Medium meiner Wahl heißt Brief, diese sende ich Familie und einem äussert attraktiven Mädel zu.

Bezüglich meines Projekts heißt es also abwarten und Tee trinken.

 

Und eine ganz neue Bildergalerie noch viel viel mehr.
Ich habe eine unglaublich schönen Trip nach Koh Lipe in Thailand gemacht, der die Probleme eines Volontärs sehr leicht vergessen lässt. Natürlich gibt es die Bilder wieder drüben bei Flickr (http://www.flickr.com/photos/50955687@N06/)

Freaky Friday

Gestern war Freitag durch die Zeitverschiebung erlebe ich die Sache ein wenig ehr, das
heißt während ihr Pappnasen jetzt eifrig Karneval feiert, ist mein Tag vorbei und ich gehe gleich ins
wohl verdiente Bett. Muskelkater ist schonmal garantiert und ausschlafen ist leider auch nicht drin.
Ehrlich gesagt, habe ich in der Zeit in der ich hier bin noch kein einziges Mal ausgeschlafen.
Aber alles halb so wild, irgendwie schaffe ich es doch immer morgens fit zu sein und
mein Tagespensum gut zu meistern.

Aber warum war der Freitag denn jetzt verrückt?

Ich bin das erste männliche Mitglied im Yogaverein in Kuantan. Gestern habe ich so eine Art
“Power-Yoga-Dance-Tai Bo” mitgemacht. Natürlich hatten die Mädels nichts dagegen, das Mister Handsome mitmacht, trotzdem konnten sie und ich mir das Lachen nur schwer verkneifen.
Warum also ausgerechnet Yoga? Neben Yoga mache ich ja noch einige andere sportlichen Aktivitäten hier, der ehr auf
Kondition und Muskelaufbau basieren, daher ist Dehnung meiner Ansicht nach eine gute Ergänzung.
Ausserdem finde ich es spaßig die Welt mal aus einer anderen Sicht zu sehen, sowas kann einem
leicht passieren, wenn man rücklings auf einem Sitzball liegt und sich soweit es geht nach hinten dehnt.
Ich bin immer noch erstaunt, dass ich mir weder das Genick gebrochen habe, noch sämtliche
Adern in meinem Kopf gebalzt sind. Ich muss zugeben, dass ich mir das am Anfang ein wenig leichter vorgestellt habe.
Die Mädels sahen alle so dünn und schwach aus, von wegen! Diese Beweglichkeit der kleinen Chinesen Mädels ist unfassbar. Und wenn die nun auch nur ansatzweise einen vergleichbaren Muskelkater haben wie ich, dann kann ich meinen Hut ziehen und Respekt zollen. Auf jedenfalls fand ich die Yogastunde toll, es ist günstig und bringt mir bestimmt viel.
Das ich der einzige Kerl bin stört mich nicht, ein wenig erinnerte mich das ganze an den Videoclip von
“Call on me”, einige hatten sogar diese fabelhaften 70er Jahre retro Body? an.

Am Samstag, also heute, habe ich mich einem Hedge-run angeschlossen. Das kann man sich in etwa wie eine Schnitzeljagd vorstellen, nur halt im Jungel von Malaysia. Ich habe jetzt zwei Mal bei dem Hedge-Run mitgemacht und bin nach wie vor davon begeistert. So ein Lauf funktioniert wie folgt. Es gibt jedes Mal einen Teilnehmer, der zuvor die Route makiert.
Dies tut er mit weisen Papierfetzen. Nun ist es die Aufgabe des Teilnehmers diesen Blättern zu folgen.
An machen Stellen gibt es keine weigern “Papers”, so dass man sich aufteilt und nach einem neuem
Hinweis sucht. Es gibt sogar eine eigene Art der Kommunikation, so symbolisiert ein “Are you? Are you?”,
dass der rufende wissen möchte ob die andere Person ein Paper gefunden hat. Durch das rufen eines lauten
“checking. checking” gibt man zurück, dass man auf der Suche nach einem Hinweis ist.
Irgendwann nach langer Suche kommt dann ein erlösendes “On. On”, wir sind wieder auf dem richtigen Weg
und können der Route folgen. Bei meinem ersten Hedge-Run ging es tief in den Jungel “Sungai Lembing”.
Bambuswälder, Flussverläufe, Hügel, Matsch, Blutegel, alle mit von der Partie.
Ich fühlte mich teilweise wie in einem Computerspiel, sonst kennt man solche Erlebnisse nur von einer
Vietnamkriegsimulation oder aus einer schlechten Dokumentation auf Vox und
nun steckt man mittendrin, vollkommen unerwartet. Bilder konnte ich leider keine davon machen, die Kamera hätte es dabei nur zerlegt und verstaubt. Schade!
Der zweite Lauf verlief harmloser, aber nicht minderwertiger. Er führte mich durch einen Kampung in der Nähe von
Kuantan (Kampung = kleines Dorf, meist ehr ärmlich und unterentwickelt). Und dann auch noch durch eine landwirtschaftliche Gegend. Gefühlstechnisch was es eine Achterbahn. Zum einem ist es großartig durch Palmenplantagen und ungepflasterte Straßen zu laufen, zu sehen wie die Felder begossen werden und wie sich das Leben ausserhalb der Stadt abspielt,
wie Kinder mit einem Stofffetzen Fussball spielen und dabei lachen. Aber ihr ahnt es schon. Es gibt natürlich auch eine Schattenseite, die ist ja immer dabei. Plastiktüten fliegen überall herum, es riecht nach verbrannten Gummi, Armut ist überall zu sehen, die Pflanzen werden natürlich auch mit Pestiziden eingesprüht und wir laufen mit unseren Markenschuhen
durch dieses Gebiet, auf der Suche nach gottverfluchten Zetteln. Umgeben von Arroganz und einem eingeschränkten
Blickfeld. Nach dem Lauf gehen wir Essen und Trinken und zu unserem Vergnügen haben wir ihr Land missbraucht.
Ich will nicht verleugnend, dass ich den Lauf sehr genossen habe und so auch Dinge erlebe, die ich im Alltag niemals
erleben würde, allerdings möchte und werde ich solche Sachen nicht ausblenden. In Europa vergessen wir sowas sehr leicht. Ich habe mir nie ernsthaft Gedanken gemacht, woher das Gemüse eigentlich kommt, dass ich gerade einkaufe. Wenn ich allerdings gesehen hätte, wie das Gemüse geerntet wurde und welche Chemikalien alle verwendet wurden, hätte ich wahrscheinlich auf den Verzehr verzichtet. Ethik und solche Flausen. Das ich hin und wieder mal Fleisch esse, verwundert mich dennoch.
Mann kann hier prima auf Fleisch verzichten, es gibt unzähliges frisches Obst und auch leckere Currys, so das der Verzehr von Fleisch eigentlich nur eine alte Angewohnheit ist. Fast-Food-Ketten aller KFC machen es einem zusätzlich einfach, eine Abneigung gegenüber Fleisch zu entwickeln.
Andere Lebensmittel wie Soja und Tofu, finde ich seit dem ich hier bin allerdings klasse. Versteh gar nicht was ich immer dagegen hatte. Unwissenheit wahrscheinlich und jeder der das anders sieht, sollte einfach mal seine Vorurteile ablegen und das Zeug probieren. Echt jetzt.
Ich sehe das so, um sich gesund und gut zu ernähren, brauchen wir Fleisch nicht, daher ist es nur eine Genusssache. Des weiteren finde ich, dass man sich geschmacklich einschränkt. Man wird deutlich kreativer, wenn man ohne Fleisch kocht. Auf einmal überlegt man, wie etwas wirklich lecker schmecken kann.

Versteht mich bitte nicht falsch, ich will keine Predig halten wie verkorkst unsere Welt eigentlich ist, dafür Lebe ich schon zu lange in ihr und bin selbst kein Stück besser, aber ich finde alles mal in Frage zu stellen und zu überdenken kann nicht schaden. Wer weis, vielleicht kann ja etwas gutes dabei rumkommen? Dazu ist ein Auslandsjahr ja meisten gedacht, kulturelle Erfahrung sammeln und austauschen.

Genau das werde ich jetzt bald auch machen. Ende der Woche fangen die Schulferien an. Ich hab mir ein Busticket an die Grenze Thailands gekauft und werde eine Woche die Gegend unsicher machen, Pläne existieren nur so grob. Die Resonanz der Backpacker ist sowieso, all das was du im Lonley Planet findest, ist absoluter Mist. Also höre ich auf die Einheimischen und Reisenden und schaue mal wo es mich hintreibt. Malaysia, Land mit den unzähligen Schulferien, ich liebe dich, zumindest gerade.

In meinem Projekt läuft es auch ganz akzeptabel. Ich habe das Bibliothek Projekt abgeschlossen und arbeite an einer Präsentation, mit der ich Spenden für das Projekt sammeln möchte. In ferner Zukunft soll ein neues Haus für die Kinder gebaut werden. Allerdings fehlt dafür noch einiges an Spenden. Das jetzige Haus ist lediglich geliehen und es ist unklar für wie lange! Wer mag kann sich gerne mit mir in Verbindung setzten und aktiv werden. Wir freuen uns über jeden Betrag. Ich behalte auch nur 20% für Spesen meinerseits ein, klingt das nicht grandious?

es ist mal wieder viel spannendes passiert.

Finde gerade nur nicht so richtig die Zeit dazu dies für euch in eine verständliche Form zu präsentieren.
Hoffentlich später!

Das ist ein Reminder, Paul sei nicht so schreibfaul!

 

 

bin mal so gütig.

http://www.flickr.com/photos/50955687@N06/

Eben wollte ich mir ein paar Bananen als Snack für unterwegs kaufen.
Ich fragte also den Verkäufer” wie viel möchte der Herr denn für die Bananen haben?”
5 Ringet.
Kurz nachgerechnet (5 Ringet = 1,20€) ja fein, dann hätte ich gerne welche.
Was ich nicht bedacht hatte, ist, dass er damit die ganze Staude meinte.
Mit der Menge runtergehen wollte ich dann auch nicht, würde dann ja eh nur über den Tisch
gezogen werde. Weniger Bananen mehr Ausgaben.
Ausserdem 1,20€ “Hallo?!”

Jetzt stellt sich die Frage, was mache ich mit der Menge Bananen, lege ich mir einen
eigenen Hausaffen zu, denn ich täglich damit füttern kann
oder werde ich selbst zum Affen, da ich bei den Preisen schlecht nein sagen kann?

Und um euch noch ein wenig mehr neidisch zu machen sage ich euch dazu,
diese Bananen sind köstlich. Die Größe variiert von Stück zu Stück,
aber insgesamt sind sie kleiner als die die man Zuhaus’ gewohnt ist.
Dafür aber frisch geerntet, Fairtrade sowieso, da ich keinen Transportkosten verspeise
und geschmacklich sowieso in einer anderen Liga.

Ätsch!

Da ich mich ja insgesamt von Facebook distanzieren möchte, habe ich mir überlegt die Bilder dort auch nicht
hochzuladen. Dieses schnellen Kommentieren auf Facebook finde ich zum kotzen.
Wenn ihr mir etwas zu den Bildern sagen wollt, dann schreibt mir doch.
Ich mache mir ja auch Mühe die Bilder aufzunehmen, sortieren und mit der langsamsten Internetverbindung
aller Zeiten, diese Bilder dann auch noch hochzuladen.

Die Bilder findet ihr jetzt bei Flickr http://www.flickr.com/photos/50955687@N06/
Dort habt ihr auch die Möglichkeit die Diashowfunktion zu nutzen und euch die Bilder
in Ruhe anzuschauen.

Viel Vergnügen und lasst was von euch hören.

Vorab muss ich etwas loswerden, da es zu leichten Missverständnissen gekommen ist. Die Dinge über die ich in meinem Blog schreibe, sind zum Teil überspitzt und nicht wörtlich zu nehmen. Wenn ich mal wieder etwas zu drastisch beschreibe, liegt das lediglich an meiner blühenden Fantasie, nicht an dem chaotischen Leben hier drüben.

In der letzten Woche habe ich ein wenig herumgeschleppt. Also im traditionellem Sinne versteht sich. Ich habe mein ach so tolles Tagebuch nicht geführt und war generell sehr sehr schreibfaul, halt typisch Paul. Da ich eine Woche Urlaub hatte, sei mir das aber auch mal gegönnt. Aber jetzt bin ich wieder da, versuche häufiger zu schreiben und mit den lieben und leidenden Leuten in der Heimat Kontakt aufzunehmen. Ihr Leser seid ja bestimmt auch froh, endlich wieder gesammelten Müll aus meinem Alltag zu lesen, nicht?
Ausserdem hat man mit einer kleinen Schreibpause auch mal die Chance sich über ernstere Themen Gedanken zu machen.
Hier ein Auszug aus meinem Gedankenstrom: “Vegetarier, Religion, Rassismus und Songtexte”.
Vielleicht schreibe ich demnächst mal einen Blogartikel zu einem der Themen. Ich finde die nämlich ziemlich spannend müsst ihr wissen. Naja und das Rumreisen macht zugebener Massen auch mehr Spaß als ich dachte. Eine Woche Abenteuer fernab von jeder Verpflichtung. Eine Woche Essen und Trinken, vorallem letztes nicht zu knapp. Eine Woche nette Traveler kennen lernen und gemeinsam über den Alltag philosophieren. Kultur schnuppern und auf den letzten Drücker doch noch einen Schlafplatz finden. Zeugs kaufen das man eigentlich doch nicht braucht. Denn Busfahrer anschnauzten, da man nach der 3 Runde um die Stadt gerne mal im Zentrum rausgelassen werden möchte. Sich über andere Touristen lustig machen. Aufbruchsstimmung fühlen und dann, ja dann kommt man wieder zurück in den Alltag, der allerdings ist auch nicht viel gewöhnlicher ist.

Ich als Lehrer, dass ist irgendwie absurd und wenn ich nicht schön früh gelernt hätte, nicht vorhanden Inhalt gut zu präsentieren, dann hätte ich wohl jetzt ein Problem. So überspiele ich einfach gekonnt, dass ich die Grammatik die ich denen gerade beibringe, oft selbst zum ersten Mal höre. Aber das geht mir in der deutschen Sprache auch nicht anders. Gerundium und Plusquamperfekt benutzte ich zwar irgendwie unbewusst, aber wenn ich das erklären sollte, wäre der Schüler mit der Antwort “Ehmmm”  wahrscheinlich auch ehr unzufrieden.
Aber das stört mich nicht. Ich erarbeite mir meine eigene Pädagogik selbst. Wenn wir später auf die Evolution des Bildungssystem zurückblicken sind es nicht die 68er die wichtig sind, nein das Jahr 2011, da ist das große Ding passiert.

Einer meiner Blitzeinfälle ist zum Beispiel die RTW Technik. Die RTW Technik rettet meinen Unterricht vor monotoner Qual und Langeweile. Mit der RTW Technik versuche ich den Unterricht besser zusammenzustellen und attraktiv zu gestalten.
Das R steht dabei für Reading, also Lesen auf Deutsch. Das T für Thinking, Denken und so. Das W wiederum steht für Writing, damit die Kids auch ihr Schreiben verbessern.
Neben dem ganzen Lehrerzeugs bin ich ja auch freiberuflicher Designer, da läuft es auch ganz gut derzeit.
Dank dem Internet kann ich dies von Malaysia aus auch gut weitermachen und mir ein kleines Taschengeld verdienen.
Manchmal vergisst man dabei, dass man 10000 km fernab von daheim ist. Schon komisch irgendwie.
Dinge über tausende Kilometer teilen zu tun tut gut, sein es Bilder, Texte oder simple Worte.

Ansonsten würde ich mir die Zeit gerne damit vertreiben, Tourist zu spielen. Direkt am Strand von Kuantan liegt das Hyatt-Resort (4-5 Sterne?). Dieses wiederum hat eine bezaubernde Poolanlage, sogar mit einer Bar die in den Pool hinein geht. Mein Verlangen, John aus Amerika zu spielen und dort ein Wochenende zu verbringen, ist nicht gerade gering. Auf Kosten des Hyatt’s versteht sich. Ihre liegen am Strand nutzt man ja sowieso schon. Also warum nicht auch den Rest der Anlage.

Mittlerweile habe ich das mal ausprobiert, klappt super muss ich sagen. Mit Sonnenbrille und arroganten Blick stolzierte ich also in die Anlage und hab für ein paar Stunden alles vergessen. Das ist Entspannung pur und Urlaub für Augen und Seele.
So langsam kriege ich das Gefühl, doch ein Work ‘ n ‘ Travel zu machen, nur mit verkürzten Wegen und ohne betrunkenen Australiern, wobei ich die hier auch schon getroffen habe, so ist das ja nicht. Danach Schwung ich mich auf mein Rad und fuhr wieder in mein Projekt zurück, nur das grinsen im Gesicht und die Momente für mich, die kann mir keiner nehmen. Wenn ich das so sehr genießen kann, dann kann es mir ja eigentlich gar nicht so schlecht gehen, oder?

Kleine Anmerkung nebenbei, die sich auf auch die Freizeitgestaltung bezieht, ein Besuch im Kino kostet umgerechnet 2€,
dafür wird aber auch jede Szene rausgeschnitten, die auch nur ansatzweise obszön oder anzüglich ist. So kann es schonmal passieren, dass ein 2 Stunden plötzlich nur noch eine Spielzeit von 1 1/2 Stunde hat, das erklärt auch, warum die Einheimischen sich lieber die raubkopierte Fassung kaufen, denn preislich sind die fast gleich! Ich war jetzt zwei mal im Kino und habe das nicht so stark mitbekommen, würde mir aber auch niemals einen Film 2x anschauen nur um deleted scenes zu finden.

Neue Woche.

Gestern war ein Feiertag, daher nutzten wir die Chance um einen Campingausflug an den Strand zu machen. So sparten wir uns ein paar Ringet für eine Nacht im Chalet. Dies sparten wir uns aber nicht: Sand überall wo man ihn nicht haben möchte. Einen braun & roten camouflage gefärbten Körper. Wieder weniger Geld im Portmonee. Fliegende Mülltonnen, die Mitreisende an Kopf treffen. Mehl im Gesicht, man das brennt vielleicht, blöde Traditionen, idiotische betrunkene Surfer. Eine unvergessbare Nacht im Zelt, in einem Zelt das natürlich nicht dicht ist, woher sollte man auch wissen, dass es in der Regenzeit wirklich regnet? Festivalfeeling, wenn man morgens aufwacht und man nass, zerknittert, übermüdet und versandet ist. Adrenalin, das man spürt wenn man das Wellenreiten ausprobiert und trotz allen Bemühungen ehr fällt als surft. Und doch, der Tag war spitze und wir kommen wieder.

Die Tage kommen übrigens auch neue Bild, ich habe mir überlegt, dass ganze vielleicht in einer Collage zu machen und einfach weniger, aber dafür auch aussagekräftige Bilder zu präsentieren. Gute Idee oder nicht?

Wie der Tannenbaum an den Strand gekommen ist, kann ich euch auch nicht sagen,
nur dass mich das sehr verwundert hat, eine Tanne zwischen Palmen und Sand zu finden.
Heute sind wir trotz schlechten Wetter nach Cherating gefahren, das liegt etwa
40 km von Kuantan entfernt und das Busticket dahin kostet umgerechnet knapp 1€.
Dafür hat man wieder das Privileg in einem Bus zu fahren, der in Deutschland
keinen TÜV geschweige denn Schönheitspreis gewinnen würde, aber nevermind
(nevermind ist übrigens nach Lah, das meist genutzte Wort hier drüben in Malaysia).
Für Traveler, die auf Komfort sowieso keinen Wert legen, sind diese Busse also bestens geeignet.
wir mussten einfach mal raus aus dem Ganzen. Ich bin ja fast dauernd in meinem Projekt eingespannt
und in Kuantan ist man ob man es will oder nicht dauernd unter Beobachtung.
Am Anfang habe ich das gar nicht krass gemerkt, aber jede verdammte Aktivität die man macht,
wird hier resigniert und unsere Chapterleaderin weitergeleitet. Herzlichen Glückwunsch.
Generell ist indirekte Kommunikation hier so ein Fall für sich.
An dem Tag an dem ich meine Chapterleaderin das erste mal sah, 3 Wochen nach der Ankunft,
hatte sie bereits ein genaues Bild von mir und wusste natürlich auch bescheid, was in meinem
Projekt so abläuft. Einige Freiwillige kriegen über diese Art auch mitgeteilt, was sie falsch machen
und warum sie aus ihrer Gastfamilie geworfen werde, obwohl doch alle so freundlich zu ihnen waren.
Man muss hier höllisch aufpassen was man wie und vor allem wem man was sagt.
In einem Moment lächeln sie dich an, in anderem schaufeln sie dir dein Grab.
Ich für meinen Fall kann nur hoffen, dass ich alles gut mache und dass ich noch nicht in
Missgunst gefallen bin. Ich bin nämlich momentan recht zufrieden in meinen Projekt,
da ich viel Eigeninitiative zeigen kann oder ist das auch nur diese indirekte Freundlichkeit?
Ich frage mich gerade einfach wo man steht. Ob man gut ankommt oder doch zu arrogant ist.
Ich mein natürlich gibt es deutliche kulturelle Unterschiede zwischen mir und den Leuten hier,
aber sollten wir nicht die Chance haben uns anzupassen, bzw. das die Leute Verständnis zeigen
und uns darauf hinweisen, was wir jetzt falsch gemacht haben?
Ich für meinen Fall kann der indirekten Kommunikation nichts abgewinnen.
Angeblich soll es freundlicher sein. Ist es denn nicht vielmehr Feigheit?
Ich frage mich warum ich die ganzen Regeln und normen hier auf die harte Art lernen muss,
wäre es nicht angenehmer für beide Seiten, wenn die Chapterleaderin mir offen und
ehrlich sagen würde wo ich stehe und was gut oder schlecht ist?
Das macht mir zugebener Massen doch Angst.
So kann ich nur hoffen, dass sie diesen Artikel nicht liest und darüber erbost ist.
Aber zu einem kann sie kein Deutsch und ich habe sie auch nicht auf Facebook,
so dass sie zufällig meinen Blog entdeckt.
Und falls doch, ist das meine indirekte Kommunikation, sieht her ich lerne doch recht schnell.

Der Trip nach Cherating war übrigens eine feine Sache. Wir hingen am Stand ab,
in einem netten Bistro, in dem delikatöse Fruchtsäfte und knackige Pommes serviert worden.
Im Hintergrund lief leise der auf der Welle der guten Laune surfende Gitarrist
und draussen herrschte stürmisches Wetter. Das Wetter fand ich erstaunlich angenehm.
Das scheint einer meiner deutschen Eigenschaften zu sein. Eigentlich finde ich Wind,
Regen und Kälte gar nicht so schlimm, nur wenn es länger anhält, gehe ich des deutschem
liebsten Hobbys nach, ich beschwere mich über das Wetter!
Und sollte die Sonne wieder häufiger scheinen und die Regenzeit vorbei sein,
so könnte ich mir vorstellen bald wieder dorthin zu fahren. Einfach mal abschalten.
Überwachung? Nein, danke! Genießen und Kraft schöpfen.
Vielleicht das Wellenreiten lernen und sich einen Bart wachsen lassen.
Wenn ihr mich sucht, ich bin auf dem Sonnendeck.

 

 

 

 

 

Es regnet und ich bin mit dem Rad unterwegs.
Ich habe aufgehört zu zählen wie häufig ich in den letzten Tagen nass geworden bin.
Ich habe aufgehört mich darüber zu Ärgern, dass ich jetzt schon wieder nass bin
oder dass mein T-Shirt mit Schmutz bespritzt ist.
Ich habe aufgehört mich unterzustellen oder jegliche Aktivitäten einzustellen,
nur weil es regnet.
Es regnet und ich bin mittendrin.

Einschränkungen? Hygiene? Wichtiger Talg der sich tags über auf dem Körper sammelt?
Alles wird davon gewaschen und fließt an einen Ort der mir bisher nicht bekannt ist.
Gleichzeit bringt der Regen aber auch Hoffnung und Klarheit.
Selten hat man das Leben so pur gespürt. Der Regen prasselt auf einen nieder und
man geht gelassen weiter, ist doch eh nur Wasser.
Warmen Regen gibt es also doch, scheinbar nur nicht in Deutschland.
Und die Hoffnung?
Nun ja, ich hoffe das die Regenzeit bald vorbei ist.

 

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